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Rückblick Netzwerkveranstaltung alliancefinance vom 4. Okt. 2017

8. Nov 2017

Kommt FIDLEG wirklich?

(Artikel von Tamara Lauber-Schäppi,
Geschäftsführerin alliancefinance)

Das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) scheint beschlossene Sache. Zumindest deuten die medialen Berichterstattungen und die zahlreichen Informationsveranstaltungen darauf hin. Doch ist dem wirklich so? Wir erinnern uns: Der Nationalrat hat am 13. September 2017 anlässlich der Herbstsession FIDLEG beraten, bereinigt und mit den Stimmen von FDP und SVP und gegen jene von Links angenommen. Aufgrund der Differenzen geht das Geschäft zurück in den Ständerat. Dessen zuständige Kommission hat am 18. Oktober 2017 die Beratung zur Differenzbereinigung aufgenommen. In der kommenden Wintersession wird der Ständerat über diese abstimmen. In den meisten Fällen beantragt die Kommission Zustimmung zum Nationalrat. Das Resultat der Schlussabstimmung wird frühestens im Frühling 2018 vorliegen. Das Inkrafttreten des Gesetzes dürfte auf Anfang 2019 erfolgen. Bereits auf den 3. Januar 2018 tritt das europäische Vorbild von FIDLEG, MiFID II, welches ebenfalls den Anlegerschutz und die Transparenz in Anlagefragen stärken soll, in Kraft. Das dürfte die hiesige Finanzbranche derzeit arg strapazieren. Wer Kunden aus der EU, aus Norwegen und Island betreut, darf die Konsumentenschutz-Gesetze in deren Heimat aufgrund des Lugano-Übereinkommens nicht mehr ignorieren. Gerichtsstandsklauseln schützen die Schweizer Banken und Vermögensverwalter nicht vor ausländischen Klagen (vgl. Newsletter alliancefinance vom 14. Juli 2017). Schweizer Finanzdienstleister sind gezwungen, ihre Prozesse unmittelbar mit der Einführung von MiFID II anzupassen. Die Rechtsunsicherheit ist angesichts der unterschiedlichen Zeitpläne von MiFID II und FIDLEG gross. Den Schweizer Finanzdienstleistern droht das Szenario, ihre Prozesse zweimal anpassen zu müssen.

Es sei denn, die Politik hat ein Einsehen und wird FIDLEG in der Schlussabstimmung doch noch ablehnen. Dieser Auffassung zumindest sind die Teilnehmer der diesjährigen Netzwerkveranstaltung von alliancefinance, welche am 4. Oktober 2017 in Zürich stattfand. Eine von Nationalrat Thomas Aeschi während des Panels durchgeführte Abstimmung unter allen Zuhörern ergab ein eindeutiges Resultat: Die anwesenden Branchenvertreter lehnen die Vorlage einstimmig ab!

So votierte Oswald J. Grübel für mehr Engagement seitens der zuständigen Schweizer Behörden für die Interessen der Schweiz. Es sei eigentlich unsinnig, der EU nachzueifern und den Finanzplatz Schweiz damit so leichtsinnig und ohne Not zu schwächen. Die EU macht es schliesslich nicht besser. Auch Thomas Aeschi stellte fest, dass sich Bundesbern sehr stark an den internationalen Organisationen orientiert und zu vieles übernehme, was dort vorgegeben werde. Man war sich im Ergebnis einig: Mit FIDLEG werde der Anlegerschutz nicht gestärkt, und der Marktzutritt zur EU werde überhaupt nicht wahrscheinlicher. Doch genau dieser Marktzutritt sei für die Branche zentral, betonte Karl Schädler, CEO von Cottonfield Family Office AG in Zürich. Deshalb plädiert Prof. Martin Janssen für den dualen Ansatz, der den Anbietern ein Wahlrecht zugesteht (vgl. Newsletter alliancefinance vom 10. Juni 2016). EU-Kunden würden nach MiFID beraten. Alle anderen Kunden können wählen, ob sie nach MiFID oder nach dem heutigen, nur leicht erweiterten Finanzmarktrecht beraten werden wollen. Damit werden die Äquivalenzerfordernisse der EU sicher eher erfüllt als mit einem neuen Gesetz wie FIDLEG. Gleichzeitig würde dies weniger Regulierung bedeuten, was den Wettbewerb stärken würde.

Vor diesem Hintergrund bleibt zu hoffen, dass auch die bürgerlichen Volksvertreter den bürokratischen und unliberalen, bevormundenden Ansatz von FIDLEG erkennen und ihr Stimmverhalten - trotz der bereits geleisteten Arbeit an der Gesetzesvorlage - entsprechend anpassen. Der Finanzplatz Schweiz hat ohne FIDLEG eine deutlich bessere Perspektive.

23. Okt 2017

Vom „Ich“ zum „Wir“ – Nachfolge in der Familie
Artikel von Karl Schädler im Vorsorge Guide 2017/18

Karl Schädler hat im neuesten Vorsorge Guide 2017/18 einen interessanten Artikel zum Thema „Nachfolge in der (Unternehmer)Familie“ publiziert. Dabei führt er die drei Schritte (die drei „i“)
   • informieren
   • involvieren
   • in die Verantwortung nehmen
im Detail aus und zeigt, welche Aufgaben den beteiligten Generationen zufallen.